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Diese Japan Rundreise über 3 Wochen war schon lange ein Traum von mir – und im Frühling 2025 wurde er endlich Realität. Japan war für mich immer ein Sehnsuchtsziel, ein Traum aus Kirschblüten, Tempeln und großartigen kulinarischen Erlebnissen. Im Frühjahr 2025 durfte ich diesen Traum endlich wahr werden lassen und bereiste drei Wochen lang das Land der aufgehenden Sonne. Von Nagano über Tokyo, Fuji und Kyoto bis nach Hiroshima – in diesem Beitrag teile ich ausführlich meine Erfahrungen, gebe konkrete Reisetipps und verrate meine ganz persönlichen Highlights, damit du deine Japanreise perfekt planen kannst.
Inhaltsverzeichnis
Meine Route: Nagano (2 Nächte) – wegen der späten Kirschblüte. Tokyo (6 Nächte) – mit jeder Menge Highlights. Kyoto (6 Nächte) – mit Tagesausflügen nach Nagoya, Nara und Osaka. Danach Fuji (3 Nächte) und zum Abschluss Hiroshima (2 Nächte) mit einem Tagesausflug nach Miyajima. Spontan, abwechslungsreich, unvergesslich.
Überblick: Meine 3 Wochen Japan Route
Nagano – Schneeaffen & späte Kirschblüte
Meine Reise begann in Nagano, einer Stadt, die vielen eher als Wintersportort bekannt ist. Doch ich hatte einen ganz anderen Grund, dorthin zu reisen: Die Kirschblüte. Da ich Mitte April reiste, hatte ich die berühmte Kirschblüte in Tokyo und Kyoto leider verpasst. Mein Tipp für alle, die ebenfalls später unterwegs sind: Nagano bietet durch die höhere Lage und kühlere Temperaturen oft noch blühende Kirschbäume zu dieser Zeit. Die Kirschblüte außerhalb der Hauptsaison zu erleben, erinnerte mich sehr an den Frühling zu Hause während der Kirschblütenzeit in Wiesbaden, wo das richtige Timing ebenfalls eine große Rolle spielt. Übrigens, anders als oft angenommen, sind Kirschblüten in Japan meist weiß bis zartrosa und eher selten pink. Besonders schön war es im Garyu Park, einem wahren Kirschblüten-Paradies mit malerischen Wegen, Teichen und herrlicher Aussicht auf die Berge.
Zu letzterem hat mich meine geführte Tagestour, die sowohl den Besuch der Snow Monkeys im Jigokudani Monkey Park als auch verschiedene Kirschblüten-Spots in der Region kombinierte, geführt. Am Vormittag führte mich die Tour zu den Schneeaffen. Ich hatte mir natürlich vorgestellt, wie sie im dampfenden Onsen baden, während um sie herum Schnee liegt. In der Realität war es bereits deutlich wärmer, kein Schnee weit und breit – aber die Affen waren trotzdem da. Sie lagen entspannt auf Felsen, liefen durch den Wald oder beäugten uns neugierig. Der Ablauf am Nachmittag war flexibel: Je nach Stand der Blüte wurden spontan die schönsten Orte ausgewählt.
Die Kombination aus zarten Blüten und neugierigen Schneeaffen war ein wunderbarer Einstieg in meine Reise.




Tokyo – Pulsierende Metropole zwischen Tradition und Moderne
Nach zwei Nächten in Nagano ging es weiter in die Megametropole Tokyo, wo ich sechs Nächte im Hotel OMO3 Asakusa verbrachte, das nicht nur durch seine Lage punktet, sondern auch durch eine fantastische Dachterrasse. Von dort aus genießt man eine traumhafte Aussicht: zu einer Seite der imposante SkyTree, zur anderen der erleuchtete Senso-ji-Tempel.

Asakusa & Senso-ji
Der älteste Tempel Tokyos ist tagsüber sehr überlaufen, doch abends, wenn die Touristenmassen verschwinden, entfaltet sich hier eine ganz besondere Atmosphäre. Besonders mochte ich die vielen kleinen Streetfood-Stände rund um die Nakamise-dori: süße Dango, frisch gebackenes Melonpan oder mit Bohnenpaste gefüllte Taiyaki – alles köstlich!
Hop-on-Hop-off-Tour
Tokyo ist riesig, laut, bunt – aber auch überraschend geordnet und zugänglich. Um mich erstmal zurechtzufinden, habe ich eine Hop-on-Hop-off-Bustour gemacht. Das klingt vielleicht touristisch (ist es auch), aber es war genau das Richtige, um erste Orientierung zu bekommen und mich langsam an die Dimensionen der Stadt heranzutasten. Ich nutzte diese Möglichkeit, um stressfrei durch unterschiedliche Viertel zu fahren und erste Eindrücke zu sammeln.


Shinjuku
Mein kulinarischer Höhepunkt war eine geführte Food Tour durch die belebten Straßen von Shinjuku. In den kleinen Izakayas probierte ich gegrillte Yakitori, cremigen Tofu und hausgebrauten Sake – eine perfekte Einführung in Tokyos Gastro-Kultur. Generell ist das Viertel bekannt für Neonreklame, Nachtleben, Einkaufszentren – und für das berühmte Golden Gai mit seinen Mini-Bars.
Shibuya, Shibuya Sky & Shibuya Crossing
Shibuya allgemein ist bunt, jung, trubelig – mit unzähligen Shoppingmöglichkeiten, Game Centers, Modeketten und Szene-Cafés. Wer modernes Großstadtflair liebt, wird hier definitiv fündig. Früh morgens noch relativ leer, bietet die Shibuya Sky einen spektakulären 360°-Blick über Tokyo. Tickets frühzeitig buchen, da schnell ausverkauft! Bei gutem Wetter kann man von hier sogar den Fuji sehen. Besonders schön ist der Blick beim Sonnenuntergang. Direkt danach ging ich zum berühmten Shibuya Crossing – ein hypnotisches Spektakel, das man übrigens auch wunderbar aus den umliegenden Cafés oder Starbucks-Filialen beobachten kann.


Teamlab Planets
Ein echtes Highlight war der Besuch im Teamlab Planets – einem Ort, der schwer in Worte zu fassen ist. Ich lief barfuß durch spiegelnde Wasserflächen, stand in einem Raum voller leuchtender Blumen, ließ mich von digitalen Lichtwellen umhüllen. Es ist mehr als ein Museum – es ist ein multisensorisches Erlebnis, das zwischen Poesie, Spiel und Staunen changiert. Reservierung unbedingt vorab!
Tokyo SkyTree
Auch den Tokyo SkyTree ließ ich mir natürlich nicht entgehen – immerhin das höchste Gebäude Japans. Ich habe sowohl das Tembo Deck als auch die höher gelegene Tembo Galleria besucht, die sich mit einem separaten Ticket erreichen lässt. Der Blick von ganz oben ist beeindruckend – keine Frage – aber aus meiner Sicht reicht die untere Plattform absolut aus. Die untere Ebene ist extrem gut besucht, aber die Aussicht ist fantastisch. Auch von hier kannst du – bei klarer Sicht – den Fuji erspähen. Das Café war überraschend entspannt und bietet Snacks mit Aussicht.


Tokyo Tower
Ich war nicht oben auf dem Tower, sondern habe ihn bewusst nur von außen betrachtet. Mein Ziel: der doch nicht so geheime Fotospot auf der Treppe zur Tiefgarage – perfekt für einen ikonischen Schnappschuss. Allerdings: Der Spot ist beliebt, also etwas Geduld mitbringen.
Weitere Tipps: der ruhige Meiji-Schrein, die schrille Takeshita Street in Harajuku, Shopping in Ginza oder ein Abstecher nach Odaiba über die Rainbow Bridge.
Zugreisen in Japan – Präzision auf Schienen
Ein wichtiger Bestandteil meiner Reise war der Japan Rail Pass – ein absolutes Must, wenn du mehrere Orte besuchen willst. Ich habe den Nationwide Pass für 21 Tage genutzt. Der Pass muss vorab außerhalb Japans gekauft werden (z. B. online über offizielle Anbieter) und wird dann in Japan aktiviert.
Zugfahren in Japan war für mich mehr als nur ein Transportmittel – es war Teil des Erlebnisses. Mit dem 21-Tage-Japan Rail Pass konnte ich das Land flexibel und unkompliziert bereisen. Ob Shinkansen, Regionalzug oder Lokalbahn – alles war pünktlich, sauber und effizient.
Die Shinkansen sind komfortabel, bieten viel Beinfreiheit, WLAN, Steckdosen und manchmal sogar Aussicht auf den Fuji. Besonders beeindruckt haben mich die Bento-Boxen, die man an den Bahnhöfen kaufen kann: kunstvoll angerichtete Mahlzeiten in kleinen Fächern, jedes ein kleines Kunstwerk.
Wichtig zu wissen: Auf einigen Strecken (z. B. Tokyo-Kyoto) müssen Plätze für großes Gepäck reserviert werden. Diese sind begrenzt – also unbedingt rechtzeitig buchen. Für manche Züge braucht man extra Tickets, etwa für den Fuji Excursion oder besonders schnelle Verbindungen wie den Nozomi-Shinkansen, der nicht im Rail Pass enthalten ist. Auch bei anderen Shinkansen ist eine Sitzplatzreservierung empfehlenswert – vor allem zu Stoßzeiten.
Kulinarische Highlights – Eine Reise für den Gaumen
Japan ist ein Paradies für Foodies. Kaum ein Land verbindet Ästhetik, Geschmack und Vielfalt so kunstvoll. Ich habe mich durch viele regionale Spezialitäten probiert – hier meine Highlights:
- Ramen: Jede Region hat ihre eigene Variante. Besonders gut gefiel mir die Tonkotsu-Ramen in Tokyo und Miso-Ramen in Nagano.
- Bento-Boxen: Für Zugfahrten oder ein Picknick im Park – mit Liebe angerichtet und oft überraschend günstig.
- Takoyaki: In Osaka gegessen – frisch, heiß, außen knusprig, innen weich. Perfektes Streetfood!
- Okonomiyaki: Der herzhafte Pfannkuchen aus Osaka – am besten in kleinen Lokalen mit offener Küche.
- Soba-Nudeln: Kalte und warme Varianten – besonders beliebt im Sommer, oft mit Dip.
- Sushi & Sashimi: Am Nishiki-Markt in Kyoto und in kleinen Sushi-Bars probiert – einfach göttlich.
- Wagyu & Kobe-Rind: Butterzart und ein absolutes Erlebnis. Kobe-Rind ist eine besonders exklusive Sorte von Wagyu mit strengen Herkunftsrichtlinien. Beide sind Luxus, aber jeder Bissen war es wert.
- Hot Pot: Besonders atmosphärisch im Hoshinoya Fuji – auf der eigenen Terrasse, unter freiem Himmel, mit Blick auf den Fuji. Ein gemeinsames Erlebnis, bei dem Gemüse, Fleisch und Brühe zum Genussmoment werden.
- Matcha & Sakura: Ob als Eis, in Kuchen oder Getränken – die Vielfalt an Matcha-Produkten ist riesig. Besonders zur Kirschblütenzeit gibt es kreative Sakura-Snacks.
- Mochi: Diese weichen, klebrigen Reiskuchen gibt es in zahlreichen Varianten – gefüllt mit Bohnenpaste, Erdbeeren oder Eis. Besonders lecker fand ich die Sakura-Mochi während der Kirschblütensaison.
- Austern: Nicht nur auf Miyajima, sondern auch in Hiroshima selbst – groß, saftig, gegrillt und mit Zitronensaft. So simpel, so gut.
- 7-Eleven-Snacks: Unterschätzt und absolut genial – Onigiri, Sandwiches mit Erdbeer-Sahne-Füllung, Matcha-Desserts oder einfach ein gekühlter Kaffee für unterwegs. Ideal für den kleinen Hunger und überraschend lecker.
- Sake: Unbedingt probieren! Von trocken und klar bis fruchtig und blumig – Sake ist viel vielfältiger, als man denkt. Ob warm in einer kleinen Izakaya oder kalt bei einer Verkostung – er gehört einfach zur japanischen Esskultur dazu.





Kyoto – Zwischen Tradition und Touristen
Nach den vibrierenden Tagen in Tokyo war Kyoto der perfekte Kontrast. Sechs Nächte waren kaum genug für diese Stadt voller Geschichte und Schönheit. Kyoto ist das Herz traditioneller japanischer Kultur – mit über 1.000 Tempeln, alten Stadtvierteln und einer Atmosphäre, die sich ganz anders anfühlt als im modernen Tokyo.
An einem der Tage mietete ich mir einen Kimono – ein ganz besonderes Erlebnis. Doch Vorsicht: Die traditionellen Holzsandalen sind stylisch, aber unfassbar unbequem. Wechselschuhe sind ein Muss!
Die Auswahl an Mustern, Farben und Accessoires ist riesig – je nach Anbieter kann man sich komplett einkleiden lassen, inklusive Frisur und Styling. Viele Verleihe bieten ein Fotoshooting oder Karten mit typischen Fotospots an. Die Leihdauer reicht meist vom Vormittag bis in den frühen Abend. Ein Spaziergang durch die Gassen von Gion oder Higashiyama im Kimono macht das Kyoto-Erlebnis nochmal intensiver und authentischer.

Fushimi Inari-Taisha
Ein Klassiker. Der weltberühmte Schrein mit seinen tausenden roten Torii-Toren schlängelt sich einen ganzen Berg hinauf. Der untere Bereich ist stark besucht, aber je höher man steigt, desto ruhiger wird es. Der Weg durch die endlosen Tore fühlt sich fast meditativ an. Ich wanderte bis ganz nach oben – kein klassischer Aussichtspunkt, aber die Ruhe und der mystische Wald waren Belohnung genug.
Kiyomizu-dera
Der Tempel thront auf einer Anhöhe mit einer hölzernen Terrasse, die sich dramatisch über den Hang hinausstreckt. Besonders zum Sonnenuntergang bietet sich ein einmaliger Ausblick über Kyoto – je nach Jahreszeit kann man jedoch nicht bis zum gänzlichen Verschwinden der Sonne bleiben, da die Tempelanlage bereits um 18:00 Uhr schließt. Die engen Gassen unterhalb des Tempels mit mit vielen kleinen Läden und Teehäusern laden zum Bummeln ein. Aber Achtung: Gerade zur Sakura ist dieser Stadtteil bereits um 08:00 Uhr ziemlich voll, am Nachmittag ist hier fast kein Durchkommen mehr.


Nishiki-Markt
Ein Paradies für Feinschmecker! Überdachte Markthalle mit mehr als 100 Ständen – perfekt, um sich durch Kyotos Streetfood zu probieren. Hier findet man alles: von Matcha-Bier über gegrillten Aal bis hin zu rosa Sakura-Sake. Ich probierte mich durch Meeresfrüchte-Spieße, eingelegtes Gemüse und fluffige Tamagoyaki. Besonders spannend sind auch die Verkostungen.
Gion
Das historische Geisha-Viertel mit engen Pflastergassen, traditionellen Holzhäusern und stillen Teehäusern. Besonders abends herrscht eine besondere Stimmung, wenn Laternen leuchten und man mit Glück eine echte Maiko oder Geisha sehen kann. Das war definitiv eines meiner Highlights – auch wenn ich keine echte Geisha gesehen habe, war der Spaziergang magisch.


Arashiyama Bambuswald
Wichtig zu wissen: Kyoto ist sehr touristisch. Wenn du also Orte wie den Arashiyama Bamboo Forest ohne Menschenmassen erleben willst, solltest du früh aufstehen – und ich meine früh! Mein Spaziergang durch den Bambuswald um 6:30 Uhr war ruhig und fast mystisch. Eine Stunde später war der Wald bereits voll. Das Lichtspiel in den Bambusrohren und die Stille am Morgen waren atemberaubend. Kombiniere den Besuch mit der nahegelegenen Togetsukyo-Brücke oder dem Affenpark für ein perfektes Tagesprogramm.
Higashiyama
Eines der schönsten historischen Viertel Kyotos mit perfekt erhaltenen Straßen, kleinen Handwerksläden, traditionellen Teehäusern und Tempeln – ein echtes Zeitreise-Gefühl! Aber Achtung: Auch hier ist bereits morgens schon voll und wird zum Nachmittag hin noch schlimmer! Am besten sehr früh da sein.

Tipp: Nimm dir in Kyoto Zeit für kleinere Tempel abseits der Massen – hier spürt man die spirituelle Seite Japans besonders intensiv.
Tagesausflüge von Kyoto – Nagoya, Nara & Osaka
- Nagoya: Für alle Vintage-Fans ein echter Geheimtipp. Die Stadt ist vielleicht nicht Japans schönste, aber was Secondhand-Mode angeht, ist sie ganz vorne mit dabei. Ich habe einige großartige Stücke gefunden – gut erhalten, originell und deutlich günstiger als in Tokyo.
- Nara: Berühmt für den Nara-Park mit seinen freilaufenden Hirschen – die tatsächlich sehr zutraulich sind, sobald man ihnen Futterkekse anbietet. Vorsicht: Sie verbeugen sich, aber sie schnappen auch gerne mal nach Karten oder Tüten. Der große Buddha im Tōdai-ji-Tempel ist ebenso beeindruckend wie der Spaziergang durch die Parkanlage.
- Osaka: Laut, lecker, lebendig – und perfekt für eine Food Tour! Besonders rund um Dotonbori reiht sich ein Streetfood-Stand an den nächsten: Takoyaki, Okonomiyaki, Gyoza, Yakitori. Ich probierte mich durch die Spezialitäten – ein echtes Fest! Außerdem lohnt sich der Besuch auf dem Umeda Sky Building, von dessen Aussichtsplattform man einen grandiosen Blick auf die Lichter der Stadt genießt. Der Besuch des Osaka Castle ist ebenfalls Pflicht – Geschichte trifft Parkromantik.




Besondere Züge in Japan
Neben den bekannten Shinkansen gibt es in Japan auch viele besondere Zugverbindungen. Eine der romantischsten ist die Sagano Scenic Railway bei Arashiyama – eine alte Bahnstrecke durch bewaldete Schluchten und entlang des Flusses Hozugawa. Besonders im Frühling zur Kirschblüte oder im Herbst zur Laubfärbung ist diese Fahrt ein Highlight. 800 ¥ (ca. 4,70 €) (Erwachsene), 400 ¥ (ca. 2,35 €) (Kinder), einfache Fahrt. Täglich etwa 7 Rundfahrten zwischen 9 Uhr und 17 Uhr.
Zwischen Kyoto und Osaka verkehrt außerdem der stylische Kyoto-Osaka Sightseeing Express, ein schicker Retro-Zug mit großen Panoramafenstern und gemütlichen Sitzecken – ideal für eine entschleunigte Fahrt mit Ausblick. 2.140 ¥ (ca. 12,60 €) Erwachsener (inkl. Express-Zuschlag). Fahrtzeiten: ca. 10:49, 12:49, 14:49, 16:49 ab Kyoto‑Kawaramachi.
Ein weiteres Highlight ist der sogenannte Dessert Train (z. B. auf der Izukyu-Linie), bei dem süße Köstlichkeiten serviert werden, während man durch die malerische Küstenlandschaft fährt – perfekt für Genießer. Preise: ca. 3.500–12.660 ¥ (ca. 21–75 €) je nach Strecke und Klasse. Fährt meist nur an Wochenenden oder saisonal – unbedingt reservieren.
Auch andere Themenzüge lohnen sich: z. B. der Hello Kitty Shinkansen, der Genbi Shinkansen (mit moderner Kunst an Bord) oder der luxuriöse Seven Stars in Kyushu. Diese Züge bieten nicht nur Komfort, sondern ein echtes Erlebnis auf Schienen – perfekt für Zugfans und Abenteurer gleichermaßen.
Gute Reisezeit für Japan
Japan ist ein Land mit vier deutlich ausgeprägten Jahreszeiten – und jede davon hat ihren ganz eigenen Reiz. Wer zur Kirschblütenzeit reisen möchte, sollte sich grob den Zeitraum von Ende März bis Mitte April merken. In Tokyo und Kyoto liegt die Vollblüte meist zwischen dem 25. März und dem 5. April. In Regionen mit höherer Lage – etwa in Nagano oder bei der Chureito Pagoda – beginnt die Blüte deutlich später: Hier kann man je nach Wetterlage sogar bis Ende April noch blühende Kirschbäume erleben. Diese Orte sind ideal für alle, die ihre Reise etwas später planen oder dem großen Blütenansturm in den Großstädten entgehen möchten.
Die Kirschblüte ist dabei weit mehr als ein Naturspektakel – sie ist tief in der japanischen Kultur verankert. In Parks und Tempelanlagen trifft man auf Picknickgruppen, Schulklassen und Familien, die unter den rosa Bäumen sitzen, essen, trinken und feiern. Dieses sogenannte Hanami (Blütenschau) ist ein lebendiger, emotionaler und wunderschöner Brauch, den man unbedingt einmal erlebt haben sollte.
Wer Hitze scheut, sollte den Sommer meiden: Juli und August sind nicht nur sehr heiß und feucht, sondern auch die Hauptreisezeit für viele Japaner – was zu vollen Zügen, Unterkünften und Sehenswürdigkeiten führen kann. Dafür finden in dieser Zeit viele bunte Sommerfeste und Feuerwerke statt, die eine ganz besondere Atmosphäre mitbringen.
Der Herbst (Oktober bis November) ist besonders beliebt bei Wanderfreunden und Fotograf:innen: Die Temperaturen sind angenehm mild, die Luft klar – und die herbstliche Laubfärbung (Koyo) verwandelt die Landschaft in ein Farbenmeer aus Rot, Gold und Orange. Viele Tempel und Parks bieten in dieser Zeit sogar Lichtinstallationen bei Nacht.
Auch der Winter hat seine Vorzüge: In Regionen wie Hokkaido, den japanischen Alpen oder rund um Nagano herrschen perfekte Bedingungen für Wintersport. Außerdem kann man zu dieser Zeit besonders günstig reisen, da weniger Touristen unterwegs sind – mit Ausnahme der Neujahrszeit.
Kurzum: Die beste Reisezeit ist individuell – doch wer auf Kirschblüten oder Herbstlaub setzt, wird von Japans Natur in voller Pracht belohnt.
Mount Fuji – Glamping & Aussichtspunkte
Von Kyoto reiste ich weiter an den Fuji-san, genauer gesagt nach Kawaguchiko, wo ich drei Nächte in einem Hotel mit Blick auf den Berg verbracht habe. Ursprünglich wollte ich Fuji vor oder nach Tokyo besuchen – doch mein Wunschhotel war nur zu diesem Zeitpunkt verfügbar, daher musste ich etwas umplanen. Im Nachhinein war es trotzdem die richtige Entscheidung.
Der Aufenthalt am Fuße des Fuji im Hoshinoya Fuji – einem Luxus-Glamping-Resort mitten in der Natur – war ein besonderes Highlight. Die Unterkunft bestand aus stilvollen Cabins mit Glasfront, die einen freien Blick auf den majestätischen Fuji boten. Abends genossen wir ein Hotpot-Dinner auf der eigenen Terrasse, mit Lagerfeuer, eingehüllt in Decken, mit Aussicht auf den stillen See und den schneebedeckten Gipfel. Frühmorgens lag der Berg besonders klar und fotogen da – absolut magisch.





Gepäck verschicken – Stressfrei unterwegs
Eine große Erleichterung auf meiner Reise war der Gepäckversand-Service in Japan. Ich ließ mein großes Gepäck direkt von Kyoto nach Hiroshima schicken, während ich nur mit Handgepäck den Abstecher zum Fuji machte – absolut empfehlenswert! Anbieter wie Yamato Kuroneko bieten einen zuverlässigen Luggage Forwarding Service: Koffer oder Taschen werden vom Hotel abgeholt und am nächsten Tag an das gewünschte Ziel geliefert – ob ins nächste Hotel oder zum Flughafen.
Gut zu wissen: Preis: meist 15-25 € pro Stück, je nach Größe und Distanz; Abholung oft am gleichen Tag, Zustellung am Folgetag; Hotelpersonal hilft beim Ausfüllen des Formulars (auch auf Englisch)
Zusätzlich gibt es an vielen Bahnhöfen Schließfächer oder Gepäckaufbewahrungen, falls du dein Gepäck nur für ein paar Stunden loswerden möchtest. Gerade bei Tagesausflügen oder Check-out am Vormittag sind diese Optionen Gold wert.
Meine Top 5 Fuji-Aussichtspunkte
- Chureito Pagoda: Das ikonische Bild von Pagode, Kirschblüten und Fuji – am besten früh morgens oder kurz vor Sonnenuntergang. Durch die Höhenlage ist es hier deutlich kühler, was bedeutet, dass die Kirschblüte oft später dran ist – ich war am 18.04. dort, und sie stand in voller Blüte.
- Lake Kawaguchi: Zahlreiche Uferwege und Cafés mit direktem Blick auf den Berg.
- Shimoyoshida Honcho Street: Perfekter Spot für das klassische „Straße mit Fuji im Hintergrund“-Foto. Aber: früh da sein, um niemanden zu blockieren.
- Hoshinoya Fuji Terrasse: Ruhig, exklusiv, direkt am Wald gelegen.
- Sengen Park: Eine grüne Oase mit schönem Fuji-Blick und ein toller Ort für ein kleines Picknick.
Wichtig zu wissen: Nicht alle Zugverbindungen sind durch den Rail Pass abgedeckt, z. B. der Fuji Excursion. Außerdem lohnt sich eine frühzeitige Reservierung für Unterkünfte und Transport, gerade zur Kirschblütenzeit.
Praktische Reisetipps & Kultur
- Internet & Navigation: Ich nutzte eine eSIM – unkompliziert, sofort aktiv und perfekt für Navigation mit Google Maps oder Hyperdia.
- Geld & Zahlen: Kartenzahlung ist nicht überall möglich – vor allem kleinere Restaurants, lokale Läden, Tempel oder Metro-Ticketautomaten (Einzelfahrscheine) akzeptieren häufig nur Bargeld. Es lohnt sich, immer etwas Bargeld (Yen) dabei zu haben. Am besten an 7-Eleven-Geldautomaten abheben.
- IC-Karten (Suica, Pasmo & Co.): Die praktischen, wiederaufladbaren Chipkarten sind ideal für den Nahverkehr in Städten wie Tokyo, Kyoto oder Osaka – einfach beim Ein- und Aussteigen ans Lesegerät halten, fertig. Sie funktionieren in U-Bahnen, Bussen, bei vielen Regionalzügen sowie in zahlreichen Geschäften, Automaten und sogar manchen Restaurants oder Cafés. Du kannst sie an Automaten oder an Schaltern an Bahnhöfen kaufen und mit Bargeld oder Karte aufladen. Alternativ kannst du die mobile Suica auf dein iPhone oder Android-Gerät laden (funktioniert über Apple Wallet oder die Suica-App). Achtung: Die App ist auf Japanisch – ein bisschen technisches Durchhaltevermögen zahlt sich aus!
- Müll & Recycling: Mülltrennung ist in Japan komplex – und Mülltonnen sind selten. Oft gibt es nur Getränke- oder Plastikmülltonnen. Viele Japaner nehmen ihren Müll wieder mit nach Hause – ein Konzept namens „Mottainai”, das den respektvollen Umgang mit Ressourcen ausdrückt. Für Touristen empfiehlt es sich, eine kleine Mülltüte im Tagesrucksack dabeizuhaben und den Müll im Hotel auszuleeren.
- Sprache: Mit ein paar japanischen Höflichkeitsfloskeln kommt man sehr weit. Viele Infos gibt’s auch auf Englisch, aber ein Lächeln und ein „Arigatou“ helfen immer.
- Bestellsystem in Restaurants: In vielen Restaurants stehen Tablets bereit, über die man das Essen einfach und sprachunabhängig bestellen kann – super praktisch!
- Verhalten: Schuhe ausziehen im Ryokan oder in traditionellen Restaurants ist Standard. Lautes Telefonieren in Zügen oder im Restaurant gilt als unhöflich.
- Toiletten: Öffentliche Toiletten in Japan sind erstaunlich sauber, kostenlos und fast überall zu finden – in Bahnhöfen, Parks, Kaufhäusern oder sogar in kleinen Convenience Stores. Viele sind mit modernen Funktionen wie Sitzheizung, Geräuschkulisse oder Bidet ausgestattet. Taschentücher brauchst du in der Regel nicht – Toilettenpapier ist vorhanden.
- Steckdosen & Geräte: In Japan werden flache zweipolige Stecker des Typs A verwendet, die mit europäischen Geräten meist nicht kompatibel sind. Viele Geräte wie mein Dyson-Haartrockner funktionierten nicht, selbst mit Adapter. Ich musste mir daher spontan ein Glätteisen kaufen – ein Punkt, den man bei der Packliste unbedingt bedenken sollte!

Restaurants & Rooftop-Empfehlungen
Japan ist nicht nur für seine Streetfood-Tempel bekannt – auch in Sachen Fine Dining, Cafés und Bars hat das Land einiges zu bieten. Hier meine persönlichen Highlights:
- Kobe Beef Daia (Shibuya): Hochwertiges Kobe live zubereitet in stylischem Ambiente. Die Marmorierung des Fleisches war ein Traum – butterzart und aromatisch.
- Mandarin Oriental (Tokyo): Dinner und Drinks mit Aussicht! Restaurant und Bar im 38. Stock bieten nicht nur erstklassiges Essen und Cocktails, sondern auch einen atemberaubenden Blick auf die Skyline.
- Andaz Tokyo (Toranomon Hills): Besonders am Abend ist die Rooftop Bar ein Erlebnis – mit Feuerstellen, Loungemöbeln und Blick bis zum Tokyo Tower.
- K36 The Bar & Rooftop (Kyoto): Hier genoss ich zum Sonnenuntergang einen Cocktail – mit Aussicht auf die Dächer Kyotos und das leuchtende Higashiyama. Tipp: Ohne Reservierung mindestens zwei Stunden vor dem Sonnenuntergang kommen, später ist die Schlange sehr lang.
- Café Mimi (Fuji): Perfekt für eine Pause nach dem Fuji-Spaziergang am Lake Kawaguchi – stilvoll, ruhig, wenn auch etwas skuril.
- Hoshinoya Fuji: Nicht nur Unterkunft, sondern auch kulinarisches Erlebnis – vom Hotpot auf der Terrasse bis zum abendlichen Degustationsmenü unter dem Sternenhimmel im Wald.




Hiroshima & Miyajima – Geschichte trifft Lebensfreude
Den Abschluss meiner Reise bildeten zwei Nächte in Hiroshima – ein Ort, der nachdenklich macht. In Hiroshima verbrachte ich bewegende Stunden im Peace Memorial Park und Museum. Die Atmosphäre war ruhig und respektvoll, das Gesehene tief bewegend. Die Zeugnisse der Überlebenden, das Modell der zerstörten Stadt und der Blick auf die Atombombenkuppel machen die Geschichte sehr greifbar.
Zur selben Zeit fand das farbenfrohe Blumenfestival statt: Livemusik auf Bühnen, fröhliche Familien mit Kirschblüten-Limonade in der Hand, unzählige Essensstände mit Okonomiyaki, Karaage, süßem Sake und anderen Spezialitäten. Der Kontrast hätte kaum größer sein können – und gerade das war so besonders: Hiroshima lebt, erinnert und feiert zugleich.
Ein Tagesausflug führte mich nach Miyajima. Schon die Fährfahrt war stimmungsvoll. Das berühmte „Floating Torii“ des Itsukushima-Schreins scheint bei Flut tatsächlich über dem Wasser zu schweben. Ich nahm die Seilbahn auf den Mount Misen, von wo aus sich ein spektakulärer Ausblick auf das Seto-Binnenmeer bot. Der Aufstieg war nicht allzu anstrengend, unterwegs begegnete ich wieder freilaufenden Hirschen. Die Stimmung auf Miyajima ist ruhig und fast feierlich. Austern gibt es nicht nur auf Miyajima, sondern auch in Hiroshima selbst – gegrillt, saftig, ein Genuss für Liebhaber von Meeresfrüchten.




Fazit – Japan, ich komme wieder!
Drei Wochen, unzählige Eindrücke, und doch habe ich das Gefühl, nur an der Oberfläche gekratzt zu haben. Japan hat mich mit seiner Gegensätzlichkeit, seiner Schönheit, seiner Stille und seiner Energie tief beeindruckt.
Ich bin begeistert von der Höflichkeit, der Effizienz, dem Essen, der Kultur, der Natur. Die Mischung aus Alt und Neu, aus Fast-Paced-Citylife und meditativer Tempelruhe – sie macht süchtig. Und so bin ich mir sicher: Das war nicht meine letzte Reise nach Japan.
Es gibt noch so viel zu entdecken: Tohoku, Kyushu, Okinawa … Aber das ist eine andere Geschichte.
Wenn dich weitere Reiseziele auf dem Kontinent interessieren, findest du alle meine Asien-Reisen gesammelt in der Übersicht.



