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Albanien war für mich lange ein eher vager Punkt auf der Landkarte – ein Name, den ich kannte, aber ohne konkrete Vorstellung. Als ich meine Balkan-Rundreise plante, war es zunächst ein spontaner Gedanke, das Land mitzunehmen. Am Ende entpuppte sich genau dieser Abschnitt als eines der größten Highlights: kristallklares Meer, dramatische Berglandschaften und eine Gastfreundschaft, die mich immer wieder staunen ließ.
Der Schwerpunkt meiner Reise lag auf Albanien und Montenegro, dazu kam ein Abstecher nach Bosnien und Herzogovina und ein paar Tage rund um Dubrovnik. In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf meine Route durch Albanien, teile meine Erlebnisse, gebe dir praktische Tipps und verrate meine ganz persönlichen Highlights.
Meine Route: Tirana – Vlora – Dhermi – Himara – Durres – Kruja – Theth (Albanische Alpen).
Abwechslungsreich, kontrastreich, unvergesslich.
Diese Rundreise hat mir einmal mehr gezeigt, warum Roadtrips in Europa so vielseitig sind – ähnlich wie bei meiner Montenegro Rundreise, geprägt von Kontrasten, Entschleunigung und überraschenden Momenten.
In diesem Guide
Meine Albanien Rundreise

Tirana – Farben, Geschichte & eine Prise Chaos
Meine Reise begann in Tirana, einer Stadt, die auf den ersten Blick widersprüchlich wirkt: sozialistische Plattenbauten neben bunt bemalten Fassaden, geschäftige Straßenmärkte neben hippen Rooftop-Bars. Dieser Mix aus alt und neu, aus improvisiert und modern, prägt den Charakter der Stadt.
Ich schlenderte über den weitläufigen Skanderbeg-Platz, das Herz der Stadt. Umgeben von Museen, Oper und der Et’hem-Bey-Moschee wirkt er fast majestätisch – wäre da nicht gleichzeitig das geschäftige Treiben der Straßenverkäufer, die Sonnenbrillen, Maiskolben oder Souvenirs anbieten.
Besonders beeindruckend fand ich das Bunk’Art 2: ein ehemaliger Atomschutzbunker, der heute als Museum genutzt wird. Tief unter der Erde führt man sich hier vor Augen, wie sehr die kommunistische Vergangenheit und die jahrzehntelange Isolation Albaniens das Land geprägt haben. Der Kontrast zum heutigen, offenen und lebendigen Tirana könnte kaum größer sein.
Einer meiner schönsten Abende war ein Kochkurs. Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe bereitete ich typische Gerichte zu – von herzhaftem Byrek bis zu cremigem Tavë Kosi. Dabei ging es nicht nur ums Kochen, sondern auch um Geschichten, kleine Küchentricks und die eine oder andere Anekdote aus dem albanischen Alltag.
Mein Tipp: Plane Zeit für einen Abendspaziergang durch das Blloku-Viertel ein. Früher war es für die politische Elite reserviert, heute ist es ein lebendiges Szeneviertel mit Bars, Cafés und Streetart.
Vlora – das Tor zur Riviera
Mein erster Stopp an der albanischen Riviera war Vlora – genauer gesagt ein Abschnitt etwas außerhalb der Stadt, direkt am Meer. Perfekt, um nach der Anreise erst einmal anzukommen, den Blick auf die Wellen zu genießen und in den Rhythmus der Küste einzutauchen.
Die Promenade der Stadt, die sich über mehrere Kilometer zieht, lädt zum Flanieren ein, auch wenn ich mich die meiste Zeit in der ruhigeren Umgebung außerhalb aufgehalten habe. Am Abend färbt sich der Himmel über der Karaburun-Halbinsel in warme Orangetöne, und das Meer glitzert im letzten Licht des Tages.
Tagsüber lohnt sich ein Ausflug zum Zvernec-Kloster inmitten der Narta-Lagune. Der Weg dorthin führt über einen langen Holzsteg, der über das Wasser zu schweben scheint – besonders bei leichtem Morgennebel wirkt die Szenerie fast mystisch.
Kulinarisch ist Vlora – und auch die Region rundherum – eine sichere Bank für frischen Fisch und Meeresfrüchte, oft direkt am Hafen gegrillt und mit einfachen, aber aromatischen Zutaten wie Zitrone und Kräutern serviert.


Dhermi – Panorama & Postkartenfarben
Die Fahrt von Vlora nach Dhermi über den Llogara-Pass gehört für mich zu den schönsten Küstenstraßen, die ich je gefahren bin. Die Serpentinen winden sich durch dichte Wälder, und plötzlich, nach einer Kurve, eröffnet sich ein Panorama auf die tiefblaue Riviera, das einem kurz den Atem raubt.
Dhermi selbst wirkte angenehm ruhig und authentisch. Die Strände sind hell und feinsandig, das Wasser so klar, dass man schon vom Ufer aus die Felsen am Meeresboden erkennen kann. Perfekt, um ein paar Stunden einfach nur zu schwimmen, zu lesen oder den Wellen zuzuhören.
Ganz in der Nähe liegt der Gjipe Beach, der nur zu Fuß oder per Boot erreichbar ist und oft als einer der schönsten Strände Albaniens gilt. Ich habe ihn diesmal nicht besucht, aber von vielen Reisenden gehört, dass sich der Weg lohnt.
Mein Tipp: Wer Strand und Abgeschiedenheit kombinieren möchte, sollte eine Unterkunft etwas oberhalb im alten Dorfteil von Dhermi wählen. Von hier aus hat man nicht nur einen grandiosen Blick aufs Meer, sondern erlebt auch ein Stück traditionelles Dorfleben.
Himara – entspannte Tage am Meer
Himara ist einer dieser Orte, an denen die Zeit langsamer zu vergehen scheint. Die Strandpromenade ist gesäumt von Cafés, in denen man stundenlang sitzen und den Blick aufs Meer genießen kann. Mein Favorit war der Livadhi Beach – breit, lang und selbst in der Hauptsaison nicht überfüllt.
Besonders mochte ich, dass Himara seinen ursprünglichen Charme bewahrt hat. Hier findet man noch kleine Familienrestaurants, in denen die Großmutter in der Küche steht und der Enkel die Bestellungen bringt. Ein gegrillter Oktopus mit Olivenöl und frischem Brot in so einem Lokal bleibt mir sicher länger im Gedächtnis als manch teures Sterne-Menü.
Zwischen dem Livadhi Beach und dem etwas versteckten Aquarium Beach liegt oben auf einem Hügel im Ort Jala eine kleine Bar mit atemberaubendem Blick über die Küste – mein Tipp: zum Sonnenuntergang kommen und den Ausblick mit einem kühlen Drink genießen.
Für den Abend lohnt sich ein Spaziergang hoch zur alten Festung von Himara. Der Aufstieg ist zwar etwas anstrengend, aber der Blick über die Küste bei Sonnenuntergang ist unbezahlbar.


Durres – kann man machen, muss man nicht
Durres war für mich der einzige Ort in Albanien, der mich nicht so richtig gepackt hat. Der historische Kern mit dem Amphitheater und der byzantinischen Stadtmauer ist interessant, aber der Küstenabschnitt ist stark verbaut. Die langen Reihen großer Hotels und Liegestühle erinnern eher an klassische Pauschalreiseziele wie die Costa Brava.
Für einen Zwischenstopp auf der Durchreise ist Durres in Ordnung – aber wenn du zwischen Bergen und Meer wählen musst, würde ich ganz klar die südliche Riviera oder die Albanischen Alpen empfehlen.
Kruja – Zwischenstopp ins Mittelalter
Auf dem Weg in die Albanischen Alpen machte ich einen Halt in Kruja, einer Stadt, die wie ein lebendiges Geschichtsbuch wirkt. Schon beim Spaziergang durch den Basar fühlt man sich um Jahrhunderte zurückversetzt: Kopfsteinpflaster, kleine Läden mit handgewebten Teppichen, Kupferarbeiten, Gewürzen und traditionellen Kleidungsstücken.
Die Burg von Kruja thront über der Stadt und beherbergt das Skanderbeg-Museum, das die Geschichte des albanischen Nationalhelden erzählt. Eintritt: rund 500 Lek (etwa 4–5€) für Erwachsene. Von den Burgmauern aus hat man einen weiten Blick bis zur Küste – an klaren Tagen erkennt man sogar das Meer.
Für Geschichtsinteressierte und Fotografen gleichermaßen ein lohnender Stopp.


Theth – in den Albanischen Alpen
Nach Tagen an der Küste war die Ankunft in Theth wie ein Szenenwechsel. Die Landschaft wurde rauer, die Luft kühler, die Straßen schmaler. Schon die Anfahrt ist ein Erlebnis: enge Serpentinen, spektakuläre Ausblicke und immer wieder kleine Dörfer, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint.
Theth ist ein Paradies für Wanderfreunde. Ich wählte die Route zum Blue Eye von Theth, einer Quelle mit glasklarem, fast unwirklich türkisfarbenem Wasser. Der Wanderweg startet im Dorf Nderlysaj, das man von Theth aus in etwa einer Stunde zu Fuß oder in 20 Minuten per Geländewagen erreicht. Wer mit dem Auto kommt, kann am Startpunkt parken – die Gebühr beträgt rund 2€. Tipp: Fahre am besten bis zum Ende der ausgebauten Straße, bis es nicht mehr weitergeht, und parke dort. Von hier aus dauert die Wanderung etwa 50–60 Minuten pro Strecke und erfordert festes Schuhwerk, vor allem nach Regen. Gut markiert ist der Pfad eigentlich nicht, aber man findet trotzdem gut den Weg. Unterwegs quert man kleine Holzbrücken, folgt rauschenden Flüssen und blickt immer wieder auf schroffe Gipfel.
Das Wasser ist eiskalt – mit einer durchschnittlichen Temperatur von gerade einmal 5–7 °C das ganze Jahr über. Schon das Eintauchen der Füße ist eine kleine Mutprobe, aber genau das macht den Ort so besonders. Direkt oberhalb der Quelle befindet sich ein kleines Café, in dem man mit Blick auf das türkisfarbene Wasser eine Pause einlegen kann – perfekt für einen Kaffee oder ein kühles Getränk nach dem Aufstieg.
Der Süden Albaniens – für nächstes Mal vorgemerkt
Der südlichste Teil der albanischen Riviera, rund um Saranda und Ksamil, gilt als wahres Paradies für Strandliebhaber – mit weißen Sandbuchten, glasklarem Wasser und einer Szenerie, die man fast schon in der Karibik vermuten würde. Ich habe es diesmal nicht bis ganz in den Süden geschafft, aber genau das steht für meine nächste Albanien-Reise ganz oben auf der Liste.
Spannend ist auch die Nähe zu Griechenland: Von Korfu aus gibt es eine direkte Fährverbindung nach Saranda – ideal, wenn man die lange Autofahrt von Tirana aus vermeiden möchte. Die Überfahrt dauert je nach Fährtyp zwischen 30 Minuten (Schnellfähre) und 1,5 Stunden (konventionelle Fähre). Die Preise liegen in der Nebensaison bei etwa 20–25€ pro Person (einfach) und können in der Hochsaison auf rund 30–35€ steigen. Für Autos muss man – je nach Fahrzeuggröße – mit 40–60€ pro Strecke rechnen.
So ließe sich eine Reise wunderbar mit einem Aufenthalt auf Korfu kombinieren – und gleichzeitig hätte man die perfekte Ausgangsbasis, um auch den Süden Albaniens in Ruhe zu erkunden.




Beste Reisezeit für Albanien
Wer Sonne, Meer und leere Strände genießen möchte, sollte sich den Zeitraum Mai bis Juni oder September bis Oktober merken. Ich selbst war im Juni dort – das Meer war bereits angenehm warm, die Strände noch vergleichsweise leer, und die Temperaturen lagen meist zwischen 25 und 30 Grad.
Im Juli und August steigen die Temperaturen an der Küste schnell über die 30-Grad-Marke – perfekt für Strandtage, aber weniger ideal für längere Ausflüge oder Wanderungen. Es ist auch die Hauptreisezeit vieler Albaner und Besucher aus den Nachbarländern, was sich an vollen Stränden und ausgebuchten Unterkünften bemerkbar macht.
Der Frühling (April bis Mai) bringt frisches Grün, milde Temperaturen und blühende Landschaften – ideal für Städtetrips, Roadtrips und Wanderungen in den Bergen. In den Albanischen Alpen beginnt die Wandersaison allerdings meist erst ab Ende Mai oder Anfang Juni, wenn die Pässe schneefrei sind.
Der Herbst (September bis Oktober) lockt mit warmem Meer, oft sonnigen Tagen und bunten Laubfarben in den Bergen.
Der Winter ist an der Küste mild, im Landesinneren und in den Alpen dagegen kalt und schneereich. Für Wintersportler bieten die Berge dann eine ruhige, fast unberührte Kulisse – allerdings ist die touristische Infrastruktur in dieser Zeit deutlich eingeschränkt.
Kulinarische Highlights – Albanien für den Gaumen
Albanien ist ein Paradies für Genießer – und das nicht nur wegen der günstigen Preise. Die Küche ist geprägt von mediterranen Einflüssen, frischen Zutaten und einer angenehmen Mischung aus Einfachheit und Raffinesse.
- Byrek: Gefüllter Blätterteig, meist mit Spinat, Käse oder Fleisch. Perfekt als Snack für unterwegs.
- Tavë Kosi: Ein Auflauf aus Lamm, Reis und Joghurt – deftig, cremig und typisch albanisch.
- Frischer Fisch & Meeresfrüchte: Entlang der Küste fangfrisch und oft direkt gegrillt serviert.
- Fërgesë: Ein würziger Mix aus Paprika, Tomaten, Käse und manchmal Fleisch – heiß aus dem Ofen.
- Baklava: Süß, klebrig, nussig – ein Relikt der osmanischen Küche.
- Raki: Selbstgebrannter Trauben- oder Pflaumenschnaps, den man oft als Willkommensgruß bekommt.
Mein Tipp: Iss dich einmal quer durchs Land – von Streetfood in Tirana bis zu fangfrischem Fisch an der Riviera.
Praktische Reisetipps
- Anreise: Direkte Flüge nach Tirana von vielen europäischen Städten.
- Transport: Mietwagen gibt Flexibilität – Straßen oft eng und kurvig, besonders in den Bergen.
- Währung: Albanischer Lek (ALL) – Euro werden selten akzeptiert. Bargeld wichtig.
- Sprache: Albanisch, viele sprechen Englisch oder Italienisch.
- Sicherheit: Albanien gilt als sicheres Reiseland – trotzdem auf Wertsachen achten.
- Internet: Günstige SIM-Karten (z. B. Vodafone oder One) – perfekt für Navigation.
- Trinkwasser: In Städten meist unproblematisch, sonst besser Flaschenwasser.
- Polizeikontrollen sind relativ häufig, oft steht die Polizei am Straßenrand und winkt Fahrzeuge heraus – also immer an die Verkehrsregeln halten.

Meine Hoteltipps & Restaurantempfehlungen
- Salt (Tirana) – gehobenes Restaurant mit kreativer, moderner Küche.
- Tartufo (Tirana) – die günstigsten Trüffelgerichte, die ich je gegessen habe – und dazu noch lecker!
- Hotel La Favorita (Tirana) – zentral gelegen, sauber und mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Bar Restaurant Marko (Vuno) – großartige Aussicht, besonders bei Sonnenuntergang; frischer Fisch und typisch albanische Gerichte.
- Chill-Bar (Jala, zwischen Livadhi Beach & Aquarium Beach) – entspannte Atmosphäre mit Traumblick über die Küste, ideal zum Sonnenuntergang.
- Vidis Chalet Boutique Hotel (Theth) – unbedingt die Suite mit Bergblick buchen; stilvoll, gemütlich und mit atemberaubendem Panorama.




Fazit – Warum Albanien mich überrascht hat
Albanien hat mich überrascht – und das auf die beste Art. Kontraste zwischen Küste und Bergen, lebendige Städte, herzliche Menschen und eine Küche, die viel zu gut ist, um sie nicht ausführlich zu probieren, haben diese Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Was mich am meisten beeindruckt hat, war diese Mischung aus Ursprünglichkeit und Aufbruchsstimmung. Manche Orte wirken, als sei die Zeit stehengeblieben – mit Kopfsteinpflaster, traditionellen Märkten und Landschaften, die völlig unberührt scheinen. Nur wenige Kilometer weiter findet man hippe Bars, kreative Restaurants und Unterkünfte, die locker mit anderen europäischen Reisezielen mithalten können.
Vielleicht ist es genau dieser Kontrast, der Albanien so spannend macht: morgens im Gebirge wandern und am Nachmittag ins glasklare Meer springen, mittags Streetfood probieren und abends ein gehobenes Dinner genießen – alles in einem Land, das trotz wachsender Beliebtheit noch immer ein echter Geheimtipp ist.
Für mich steht fest: Ich komme zurück. Und dann werde ich mir auch den Süden der Riviera vornehmen – vielleicht kombiniert mit einem Abstecher nach Griechenland. Denn Albanien hat noch viele Ecken, die entdeckt werden wollen.





